Fotos am Unfallort: was und in welcher Reihenfolge
Übersicht zuerst, Detail danach, und alles bevor die Fahrzeuge bewegt werden. Sechs Aufnahmen sind das Gerüst: die Gesamtsituation aus vier Richtungen, beide Kennzeichen, die Schäden aus der Nähe mit Maßstab, die Spuren am Boden, Beschilderung und Ampelstellung, zuletzt Tacho und Kilometerstand. Lieber dreißig Bilder zu viel als drei zu wenig.
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Warum die Reihenfolge entscheidet
Der wichtigste Beweis am Unfallort hält am kürzesten: die Stellung der Fahrzeuge zueinander. Sobald geräumt wird, ist sie unwiederbringlich weg, und genau darüber wird später gestritten. Wer zuerst den eigenen Kotflügel aus einem halben Meter fotografiert und dann räumt, hat zwanzig Bilder vom Blech und keines von der Situation.
Auf der Autobahn und in unübersichtlichen Bereichen wird zuerst geräumt und gesichert. Kein Foto ist es wert, sich auf die Fahrbahn zu stellen. Was Sie in diesem Fall tun, steht unten unter den häufigen Fragen.
Die sechs Aufnahmen
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Gesamtsituation aus vier Richtungen
Zehn bis fünfzehn Schritte Abstand, einmal um die Unfallstelle herum. Auf jedem Bild müssen beide Fahrzeuge und ein Stück Umgebung zu sehen sein, damit die Stellung zueinander und zur Fahrbahn erkennbar bleibt.
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Beide Kennzeichen
Einzeln, lesbar, gerade von vorn. Das ist die Verbindung zwischen Bild und Fahrzeug und später die Grundlage, um die Versicherung des Gegners zu ermitteln.
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Schäden aus der Nähe, mit Maßstab
Jede beschädigte Stelle einzeln, an beiden Fahrzeugen. Legen Sie ein Geldstück oder einen Schlüssel daneben, dann ist die Größe später einschätzbar. Auch die Höhe über dem Boden ist wichtig, sie sagt etwas über den Ablauf.
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Spuren auf der Fahrbahn
Bremsspuren, Splitter, Flüssigkeiten, Kratzer im Asphalt. Fotografieren Sie sie im Zusammenhang mit den Fahrzeugen, nicht isoliert, sonst fehlt der Bezug.
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Beschilderung, Ampel, Straßenzustand
Vorfahrtszeichen, Fahrbahnmarkierung, Ampelstellung, Nässe, Laub, Baustelle. Das sind die Bilder, die bei strittiger Schuldfrage den Ausschlag geben.
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Tacho und Kilometerstand
Belegt den Zustand des Fahrzeugs zum Unfallzeitpunkt und ist später für den Wert des Fahrzeugs von Bedeutung.
Wie viele Fotos sind genug
| Situation | Richtwert | Worauf besonders achten |
|---|---|---|
| Parkrempler, ein Fahrzeug | 10 bis 15 | Umgebung, damit der Ort erkennbar ist |
| Auffahrunfall, zwei Fahrzeuge | 20 bis 30 | Endstellung, Abstand, Bremsspuren |
| Kreuzung, strittige Vorfahrt | 30 und mehr | Beschilderung und Sichtverhältnisse aus beiden Anfahrtsrichtungen |
| Fahrerflucht | so viel wie möglich | Lackspuren, Fremdmaterial, Höhe der Anstoßstelle |
Speicherplatz kostet nichts, eine fehlende Aufnahme dagegen kann über die Quote entscheiden.
Die häufigsten Fehler
- Nur der eigene Schaden. Das Schadenbild des Gegners zeigt den Ablauf und verhindert, dass fremde Vorschäden mitabgerechnet werden.
- Zu nah. Nahaufnahmen ohne Umgebung lassen sich später keinem Ort zuordnen. Zu jedem Detail gehört ein Bild mit Kontext.
- Erst nach dem Räumen. Wo es die Lage zulässt, gehört die Endstellung zuerst aufgenommen.
- Bei Dunkelheit ohne Licht. Blitz einschalten und zusätzlich mit der Taschenlampe eines zweiten Telefons ausleuchten.
- Bilder nachträglich bearbeiten. Zuschneiden, aufhellen oder über einen Messenger verschicken entfernt die Bildinformationen zu Zeit und Ort. Originale aufbewahren.
Wo die Bilder hingehören
Zwanzig Fotos zwischen Urlaubsbildern sind in zwei Wochen niemandem mehr zuzuordnen, und genau dann fragt die Versicherung nach. Was Sie brauchen, ist eine Ablage, in der die Bilder dem Vorgang zugeordnet sind, zusammen mit den Daten des Gegners, dem Hergang und dem späteren Schriftverkehr.
Beim Weitergeben gilt: Originale versenden, nicht die verkleinerten Fassungen aus einem Messenger. Sonst kommen beim Sachverständigen Bilder an, auf denen die entscheidenden Einzelheiten nicht mehr zu erkennen sind.
Die App fragt die Aufnahmen der Reihe nach ab und legt sie mit Zeit und Ort in Ihrer Unfallakte ab. Dann fehlt nichts, und später sucht niemand in der Galerie.
Aufnahme startenHäufige Fragen
Darf ich am Unfallort einfach fotografieren?
Fahrzeuge, Kennzeichen, Schäden und die Unfallstelle dürfen Sie zur Beweissicherung aufnehmen. Verletzte Personen dürfen Sie nicht fotografieren, das ist strafbar. Auch unbeteiligte Passanten gehören nicht ins Bild.
Reichen Fotos für ein Gutachten aus?
Nein. Sie sind die Beweissicherung vom Unfallort, nicht die Schadenfeststellung. Verdeckte Schäden an Trägern, Aufnahmen und Sensorik lassen sich nur am Fahrzeug feststellen. Die Fotos verkürzen aber den Termin und klären Rückfragen vorab.
Was ist, wenn ich die Fahrzeuge sofort räumen musste?
Dann ist das so richtig gewesen, Sicherheit geht vor. Fotografieren Sie danach die Schäden, die Spuren auf der Fahrbahn und die Stelle, an der es passiert ist. Halten Sie außerdem schriftlich fest, wie die Fahrzeuge zueinander standen, solange es frisch ist.
Sind Handyfotos vor Gericht verwertbar?
Ja. Entscheidend ist nicht die Kamera, sondern was zu erkennen ist und ob Zeit und Ort nachvollziehbar sind. Moderne Telefone speichern beides in der Bilddatei, solange die Aufnahme nicht später bearbeitet wird.
Soll ich auch das gegnerische Fahrzeug fotografieren?
Unbedingt. Sein Schadenbild zeigt, wie die Fahrzeuge zusammengetroffen sind, und es verhindert, dass später ein Vorschaden als Unfallfolge abgerechnet wird. Kennzeichen und Gesamtansicht gehören dazu.
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